Naturdenkmäler in Maria Alm

(Triefen)

TRIEFEN in Maria Alm (Naturdenkmal 00247)



Die Triefen ist jenes Naturwunder, welches erst jüngst, und zwar 2001, unter Naturschutz gestellt wurde. Zu sagen, es wäre damit das Jüngste ist bei Gesteinsformationen aus dem Paläozoikum wohl nicht ganz zutreffend. Damit ist auch deutlich gemacht, dass es sich bei der Triefen nicht um einen Baum handelt. Die Triefen ist ein regenartiger Tropfenvorhang, der über einer wasserundurchlässigen Gesteinsschicht aus etwa 2 - 3 Meter Höhe auf breiter Front zur Urslau hin abfällt. Die besondere wissenschaftliche Bedeutung liegt im horizontalen Verlauf der Quelle, die den Wasservorhang über dem harten Konglomoratkörper speist. Das und auch die spezielle Moosflora in diesem Bereich, hatten schon vor vielen Jahren die Bestrebungen nach einem Naturdenkmal Triefen eingeleitet. Eine Vereinbarung mit dem Grundeigentümer ebnete schließlich den Weg dazu.

Solche Vereinbarungen sind wichtige Voraussetzungen. Einmal zum Naturdenkmal erklärt, dürfen keine Eingriffe vorgenommen werden, die den Bestand oder das Erscheinungsbild verändern könnten.

Der Weg: Auch hier ist das Kennenlernen mit einer kleinen Wanderung verbunden. Vornehmlich Fotografen sollten diese jedoch erst am frühen Nachmittag antreten, um die glitzernde Pracht des Wasservorhanges auch im rechten Licht einfangen zu können.

Von Maria Alm aus haben PKW und Postautobus das gleiche Ziel: Hinterthal. Das eigene Auto parkt man sinnvollerweise gegenüber der Freiwilligen Feuerwehr. Dort entscheidet man sich, ob man den Weg über Kapelle und Botenwirt (Vorsicht, gutes Essen = Verzögerungsgefahr) beginnt oder über die Brücke auf die andere Seite der Urslau wechselt. Da es sich im unteren Teil um einen Rundweg handelt - übrigens der einzige flache Spazierweg in dieser Gegend - kann man nicht viel falsch machen. Nach ca. 10 Minuten könnte man sogar noch einmal über ein Brückchen wechseln. Nach weiteren 20 Minuten vereinen sich beide Pfade wieder.

Irgendwo hier endet im Winter der präparierte Weg. Ein weiteres Vordringen im Schnee bleibt dann persönlichen Sicherheitsvorgaben, dem Schuhwerk und der Schneehöhe überlassen. Das Beschreiten der gespurten Loipe im Winter ist auch keine gute Lösung, denn erstens ist solches verboten und zweitens führt der Weg in die Irre. Ebenso wie man der breiten Linkskurve, die bald darauf den Weg zur Enzenalm und zur Torscharte öffnet, nicht folgen darf. Dagegen vertraut man der guten Beschilderung auf dem immer schmäler werdenden Weg, bis man im Geröll ehemaliger Bachläufe rechts auf einer kleinen Böschung die Tafel sieht, die das Naturdenkmal als solches ausweist. Bis hierher sollten nicht mehr als 40 Minuten vergangen sein.

Die Naturerscheinung der Triefen gilt hinsichtlich Eigenart, Form und Ausdehnung als einzigartig im Bundesland Salzburg. Die Landschaftsästhetik und wissenschaftliche Bedeutung wird daher auch mit Höchstnoten bewertet.

Die Hinweistafel an dieser Stelle verdient eine kurze Erwähnung. Sie zählt zur modernsten Generation an Schildern und Plaketten, die ein geschütztes Gebiet oder Objekt auszeichnen, und enthält, neben der namentlichen Benennung, auch eine kurze Erläuterung der wesentlichen Merkmale. Im Gegensatz dazu wird etwa der Bergahorn am Handlerhof durch eine in Kupfer getriebene Plakette gekennzeichnet, die am Baum selbst anhaftet.